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Weine, die niemand bestellt haben will…

Wiedermal neigt sich eine sehr intensive Degustations-Saison dem Ende zu. Mit der Auslieferung aller Bestellungen wird nun endgültig auch das ganze Ausmass der Tragödie sichtbar. Denn ab und zu stellt man fest, dass da auch Flaschen angekommen sind, die man zuvor irgendwie noch nie gesehen zu haben meint…

Deshalb werden wir uns in den kommenden Wochen wohl mehr als einmal mit Weinen beschäftigen, die irgendwie von magischer Hand auf unseren Bestellschein gekommen sind. Heute triffts die Auslieferung vom Aussie-Händler Wyhus Ryf, respektive unsere Bestellung anlässlich der Berner Weinmesse.

Craneford Grenache GSM 2007 (29.50, Wyhus Ryf)

Diesen Wein hatte ich schon in meinem Post nicht mehr auf dem Radar. Umso überraschender war es dann, ihn im Paket und – besser noch! – auf dem (unterzeichneten) Bestellschein vorzufinden. Der muss eindeutig von jemand anderem bestellt worden sein. Doch von den Beiden, die in Frage kommen, ist der eine ist Grenache-Allergiker und der andere hat ein Gedächtnis wie ein Elefant.

Nun stehen also die 6 Flaschen so da wie ein ausgesetzter Hund an der Autobahnraststätte. Gut, jetzt kann man erst mal froh darüber sein, dass es sich nicht um ein Kaliber der Sorte Wolf Blass Platinum Label oder Grant Burge Meshach handelt, das man im Vollsuff irrtümlicherweise gleich kistenweise geordert hat. Doch ärgern darf man sich trotzdem: Denn ein Wein, an den man sich nicht mehr erinnern kann, ist ein potenzieller Fehleinkauf. Und 30 Franken sind nun mal auch 30 Franken.

Also heisst es: Entkorken und hoffen, dass vielleicht ein Schluck dem Gedächtnis auf die Sprünge helfen kann.

Wie ein gepimpter Châteauneuf-du-Pape

Der Craneford Grenache GSM ist eine Assemblage aus 87% Grenache, 8% Mourvèdre und 5% Shiraz – eine Kombination, die so oft auch im südlichen Rhône-Gebiet anzutreffen ist.

Schon in der Nase gibt’s das erste Ausrufezeichen: Die Mischung aus Kirschsorbet, reifen Beeren, gerösteten Mandeln und Gewürzen wirkt dermassen sexy, dass ich mich kaum mehr getraue, aufzustehen.

Am Gaumen kann er dieses Niveau nicht mehr ganz halten, ist aber mit seinen frischen Fruchtaromen dennoch ausserordentlich gut. Was auffällt: Für Aussie-Verhältnisse kommt das Ganze ziemlich ausgewogen und trotz der 15% Volumenprozent überhaupt nicht alkoholisch daher. Die dezente Pfeffernote sorgt zudem noch für eine gewisse Komplexität. Am Ende ist er zwar eine Spur zu süsslich, doch wer auf Vanillecreme mit einem Schuss Himbeerlikör steht, wird auch hier glücklich.

Noch mal Schwein gehabt…

1 comment to Weine, die niemand bestellt haben will…

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