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Alt gegen Neu, Volume 3: GSM

GSM steht nicht etwa für „Gegorenen Sauf-Most“, sondern für die drei Rhône-Rebsorten Grenache, Syrah und Mourvèdre. Sie sind Bestandteil vieler Châteauneuf-du-Papes und in dieser Kombination auch in Australien äusserst beliebt.

Sagenhafte 21 Rebsorten sind im französischen Rhône-Gebiet im Rahmen des Qualitätsweinbaus zugelassen. Insbesondere in der Region Châteauneuf-du-Pape wird assembliert, dass sich die Balken biegen: Sämtliche der 13 roten Sorten darf ein C9dP beinhalten. Den Löwenanteil machen dabei oftmals die alkoholhaltige aber weiche Grenache, die würzige Syrah und die aromatische Mourvèdre aus.

Auch in Australien hat sich eben diese Assemblage durchgesetzt. Dort werden unter dem Namen GSM Weine gekeltert, der aufgrund dieser Zusammensetzung dann auch „Chateauneuf Australiens“ genannt werden.

Wir haben uns zu diesem Vergleich einen australischen GSM sowie einen C9dP, der ausschliesslich aus den gleichen Rebsorten gekeltert wurde, besorgt.

Domaine De Pegau Cuvée Reserve 2006 (77 Franken, globalwine.ch)

Hui, was ist das denn? Dieser Wein riecht wie ein gut mariniertes, saftiges Steak – ein ledrig-schweissiger Duft bohrt sich da auf Anhieb in die Gehirnwindungen. Dahinter machen sich aber eingelegte, dunkle Beeren und Kirschen bemerkbar, die vom animalischen Geruch erdrückt geradezu um Hilfe rufen. Im Gaumen ist dieser Zeitgenosse dann ultraherb und trocken, dazu mit einem etwas metallischen Beigeschmack. Wieder fliegt da ein Steak vor meinem geistigen Auge durch: Eines, dass aussenherum verkohlt ist und innen noch blutig. Im Abgang wirkt der Wein dann etwas alkoholisch, überrascht aber mit einem bitter-süsslichen Finish mit schwarzer Nuss-Schokolade. Uff, ein anstrengender Tropfen. So muss Wein geschmeckt haben, bevor Columbus seine Runden gedreht hat…

Craneford GSM 2007 (29.90, Wyhus Ryf)

Die parfümierte Nase kommt daher wie ein Carambar-Frappé mit etwas Maroni und Kirschen. Dazu Noten von Haselnüssen und Pfeffer. Der riecht einfach verdammt gut. Im Gaumen scheint ein ordentlich getoastetes Eichenfass alles gegeben zu haben, was es zu geben gab: Mokka, Caramel, Nüsse, dazu süssliche Fruchtaromen und ein cremig-schokoladiger Nachhall – das ganze Make-Up-Paket im XXL-Format. Allerdings verhindert eine noch knackig-frische Säure den Abstieg in die Hölle der Klebrigkeit. Ein typischer Spasswein, mit seinen 15% auch ideal fürs nächste Date. Ihn beim letzten Mal in die Top10 zu hieven, war allerdings dann schon etwas gar euphorisch….

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